Matthias Fuchs ist Arzt und lebt in Wiesbaden mit Zweitwohnsitz in Frauenau im bayerischen Wald. Dort wird auch der Rotfux hergestellt. Wenn er nicht braut, stellt er eigenen Wein aus ungewöhnlichen Rebsorten her oder ist mit Freunden beim Mountainbiken auf griechischen Inseln unterwegs. Die Frauenauer Turbinenbräu e.K. wurde von ihm Ende 2011 gegründet – in einer alten Wasserturbine der Glasbarone in Frauenau.

British Empire meets Bayerwald

Aus einer Schnapsidee wird ein Pale Ale

Der Wiesbadener Matthias Fuchs ist kein Brauer. Aber er trinkt gerne Bier. Irgendwann kam er auf die ungewöhnliche Idee, ein Bier nach seinem Geschmack für den Eigenverbrauch zu brauen. Aber davor liegt ein lange Geschichte…

 

Als Kind faszinierten ihn auf dem Weg zum Schwimmbad die riesigen Braukessel der Wiesbadener Germania Brauerei hinter den gigantischen Glasscheiben. Diese Kupferkessel hatten etwas Magisches, als würde darin ein geheimnisvoller Zaubertrunk gebraut. Dieser Zauber begleitete Matthias Fuchs über mehrere Jahrzehnte.

Fuchs hatte in dieser Zeit das Vergnügen viele dieser „Zaubertränke“ in allen Ecken der Welt zu probieren: lauwarmes Bitter in walisischen Pubs, tiefgekühltes Antartica am Strand in Brasilien, das legendäre Singha Bier in Bangkok, nahezu geschmacksfreies Bud in den USA, griechisches Mythos vor antiken Tempeln, Cobra Beer zum scharfen Curry in Indien, Fosters am Barrier Reef.

Während eines mehrjährigen England-aufenthaltes begann Fuchs sich für Pale Ales zu begeistern, eine Passion, die sich auf einer Reise in die USA und dem Genuß der dortigen IPAs vertiefte. Umso unverständlicher war es für Fuchs, dass solch leckeren Biere hierzulande nahezu unbekannt sind. Genau so groß war seine Überraschung, welche Geschmacksvielfalt mit verschiedenen Hopfensorten erzielt werden können.

Nichts begeisterte Fuchs mehr als das India Pale Ale (IPA), welches sich die englischen Lords Anfang des letzten Jahrhunderts nach Delhi und Bombay anliefern ließen. Das IPA ist ein kräftiges, rotbraunes, stark gehopftes Bier mit feiner Zitrus- und Melissennote. Es wurde speziell gebraut, um die mehrwöchige Schiffspassage von England nach Indien ohne Qualitätsverlust zu überstehen.

Als Fuchs 2011 die alte Turbine der Frauenauer Glasbarone als Familiendomizil kaufte und liebevoll sanierte, stieß er auf dem Dachboden auf eine alte Kiste mit englischen Bierflaschen, die dort wohl schon über 100 Jahre lagerte. Offensichtlich hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein englischer Gastwirt auf der Suche nach edlen mundgeblasenen Biergläsern in den bayerischen Wald verirrt und dort eine Zeit in der Turbine verbracht. Dieser Fund wurde zur Inspiration und so entstand während einer feuchtfröhlichen Brotzeit in der Zwieseler Dampfbierbrauerei die Idee für ein eigenes Pale Ale.

Nach zahlreichen Probesuden mit unterschiedlichen Hopfensorten hat Fuchs gemeinsam mit seinen Braufreunden „sein perfektes“ Pale Ale geschaffen, den Frauenauer „Rotfux“.

Der Rotfux wird auf traditionelle Weise nach dem bayerischen Reinheitsgebot mit mehreren Sorten Aromahopfen und frischem Bergquellwasser des Bayerischen Waldes gebraut wird. Britisch und bayrisch zugleich – und mit einem einzigartigen Geschmack.